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Interview - Anna Schuster

28.02.2020

Workshop: Stoffmanipulation – Nachhaltige und individuelle Stoffgestaltung mit den Teilnehmerinnen aus „Guidos Masterclass“

Workshop: Stoffmanipulation – Nachhaltige und individuelle Stoffgestaltung mit den Teilnehmerinnen aus „Guidos Masterclass“

Anna Schuster und Dominique Watral waren Anfang 2019 Teilnehmerinnen in „Guidos Masterclass“, einer VOX-Show mit Star-Designer Guido Maria Kretschmer, der sich in ganz Europa auf die Suche nach neuen Nachwuchstalenten machte. Zwölf aufstrebende Designer stellen sich hierbei verschiedenen Challenges, die reichlich Kreativität sowie ein Gespür für aktuelle Modetrends und angesagte Styles erfordern.

Inspiriert von der Masterclass geben Anna Schuster und Dominique Watral am zweiten Messetag einen Workshop zum Thema „Stoffmanipulation“. Wie die Erfahrung in der Masterclass war, was Stoffmanipulation eigentlich ist und was die Teilnehmer im Workshop erwartet, verrät Anna Schuster im Interview.

Sie waren Teilnehmerin bei Guidos Masterclass. Warum haben Sie teilgenommen?

Dominique, mir und den anderen Teilnehmern ging es darum zu zeigen, wie man Sachen wieder selbst macht. Das Problem mit der Fast Fashion Industrie und der heutigen Mode ist, dass viele Menschen gar nicht mehr wissen, wie man ein T-Shirt oder Kleid näht, wie ein Gummizug funktioniert oder wie ein Reißverschluss eingenäht wird. Wir wollten dem breiten, deutschen Publikum, dass das Bewusstsein für Handarbeit verloren hat, zeigen, wie Mode und Style entsteht.

Außerdem haben wir es als Chance verstanden, den Entstehungsprozess von Mode etwas transparenter zu machen. Modedesigner und Modehäuser arbeiten ja oft hinter verschlossenen Türen. Wir wollten das aufbrechen und dazu einladen, beim Schaffensprozess zuzusehen. Die Herstellung eines Kleidungsstücks ist nicht so einfach wie es aussieht: Skizze erstellen, Stoff aussuchen, nähen, fertig. Wir wollten zeigen, dass auch Schnittkonstruktion und Sampling dazugehören und was es alles benötigt, um Modedesigner zu werden, was wir uns dabei denken und wie wir arbeiten. Wir wollten auch das Gemeinschaftsgefühl als Modedesigner ausstrahlen, wir haben uns alle sehr gut verstanden.

Was haben Sie aus der Erfahrung mitgenommen für die Zukunft?

Es war super spannend, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen, sich in neue Kunden und Themen hineinzudenken und dazu dann Designs zu entwickeln. Für uns alle war es zudem etwas Neues, vor der Kamera zu stehen. In Zeiten von Social Media und den ganzen neuen Technologien, die uns zur Verfügung stehen, ist es einfach Dinge zu teilen und das sollten wir auch mehr tun. Es gibt Menschen, die es interessiert, wie wir arbeiten, wie unsere Designs zustande kommen woher wir unsere Inspiration nehmen. Es ist toll, wenn man durch solche Möglichkeiten seine Erfahrungen und Fähigkeiten weitergeben und die Message verbreiten kann Dinge aufzuwerten statt sie wegzuwerfen. Genau darum soll es auch in unserem Workshop gehen.

Ihr Workshop heißt „Neuer Kontext: Redesign durch Stoffmanipulation“. Was ist das eigentlich und worin liegt der Reiz?

Bei Stoffmanipulation geht es darum, die Stoffoberfläche zu bearbeiten. Z. B. mit Perlen, mit Stickereien oder mit richtiger Handarbeit. Mit einfachen Tricks und Gegenständen, die jeder zuhause hat, kann man vieles selber machen. Oft liegt die Annahme nah, dass man nur dann ein schönes Teil produzieren kann, wenn schon ein schöner Stoff vorhanden ist. Stoffmanipulation und Textildesign sind aber an sich schon riesige Felder, die oft vernachlässigt werden, die aber eine gute Möglichkeit bieten, eine eigene, individuelle Kreation zu entwickeln, die den eigenen Geschmack und die individuelle Message demonstriert.

Was erwartet die Teilnehmer in Ihrem Workshop?

Wir zeigen den Teilnehmern mit welchen einfachen Sachen, die man entweder schon zuhause hat, oder Dingen, die man einfach kaufen kann, Dinge ganz einfach selber aufwerten kann. Im Endeffekt geht es ja darum, Stoffe aufzuwerten und das kann jeder ohne große Vorkenntnisse ganz einfach zuhause machen und es dann mit Freunden und Familie teilen.

Man kann zum Beispiel auch alte Heimtextilien aufwerten oder alten Dingen ein zweites Leben schenken. Durch Stoffmanipulation, durch Stickereien, Beschriftungen, und vielen einfachen Tricks kann man Stoff verwandeln und sich dabei kreativ austoben. Dieses Selbermachen, was früher ganz alltäglich war, wollen wir den Teilnehmern wieder nahebringen.

Vielen Dank für das Interview!

Autor: Antje Bussinger

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